22 Wochen auf Reisen durch Süd- und Zentralamerika

 

Fünf Monate (November bis und mit März) waren mein Partner und ich unterwegs und haben in dieser Zeit eine unglaubliche Vielfalt an Landschaften, Kulturen und Eindrücken erlebt. Gerne nehme ich euch mit auf einen kleinen Rückblick unserer Highlights.

 

Argentinien: Unsere Reise startete im pulsierenden Buenos Aires. Wir genossen die Stadt, die lokale Kunstszene und natürlich die exzellente Küche.
Weiter ging es nach Salta, ein kontrastreicher Wechsel. Mit dem Mietwagen erkundeten wir rund 2’500 Kilometer staubige Pisten, überquerten Pässe auf über 4’600 m ü. M. und staunten über die bunte Bergwelt und die surrealen Vulkanlandschaften.
Weiter ging es zu den Iguazú Wasserfällen an der Grenze zu Brasilien. Die gewaltigen Wassermengen waren eindrücklich zu sehen. Einen kleinen Abstecher in den ruhigen Iberá-Nationalpark, einem Sumpfgebiet etwas südlich, hat sich definitiv gelohnt (ein Geheimtipp auch unter Argentiniern). Bei Bootsfahrten und einem Ausritt konnten wir Wasserschweine, Kaimane und eine beeindruckende Vogelwelt aus nächster Nähe beobachten.

Antarktis: Das grosse Abenteuer startete von Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt. Mit einem Expeditionsschiff ging es in die Antarktis. Ein langersehnter Traum ging mit diesem Reiseabschnitt in Erfüllung. Die Überquerung der Drake-Passage verlief glücklicherweise glimpflich und die Belohnung war einmalig. Inmitten von Eisbergen begegneten wir Buckelwalen, Orcas und unzähligen Pinguinen.
Ein besonderes Erlebnis war das Campieren im Schnee und das Kajaken zwischen Eisblöcken. Erlebnisse, die wir wohl nie vergessen werden.

Peru: Nach der Kälte des Südens ging es für uns weiter nach Peru. In der Cordillera Huayhuash startete das nächste Abenteuer, diesmal etwas sportlicher. Ein 8-tägiges Trekking in völliger Abgeschiedenheit. Trotz Regenzeit hatten wir grosses Wetterglück und wanderten über Pässe bis auf 5’100 m ü. M., begleitet von Maultieren und wunderschönen 6000er-Gipfeln.
Weihnachten verbrachten wir in Lima, wo wir in die peruanische Spitzen-Kulinarik eingetaucht sind.
Weiter ging es zu bekannten Sehenswürdigkeiten, zum Machu Picchu und zu den Regenbogenbergen.
Das neue Jahr begann für uns im peruanischen Amazonas-Regenwald. Eine frühmorgendliche Bootsfahrten zur Tierbeobachtung von Papageien an Lehmfelsen und die unglaubliche Geräuschkulisse des Dschungels waren ein einmaliges Erlebnis. Zurück in der Zivilisation erkundeten wir die Stadt Cusco und das Heilige Tal der Inkas inklusive der Salzproduktion.
Weiter ging es nach Arequipa für eine Wanderung im Colca Canyon und weiter nach Puno am Titicacasee. Hier haben wir das Uros Volk auf ihren schwimmenden Schilfinsel besucht.

Bolivien und Chile: Unsere Weiterreise nach Bolivien verlief aufgrund von Strassensperren in Bolivien etwas anders als geplant. Bis dahin lief die ganze Reise wie am Schnürchen – wir hatten vorab mit mehr Unvorhergesehenem gerechnet. Doch weil Sprit-Subventionen in Bolivien abgeschafft werden sollten, gab es zwischenzeitlich über 90 Strassenblockaden und an eine Reise nach La Paz war nicht zu denken. Mit einer Portion Flexibilität und einigen langen Busfahrten schafften wir es mit einem Umweg über Chile dennoch nach Uyuni.
Uyuni, die grösste Salzwüste der Welt, zeigte sich uns während der Regenzeit als gigantischer Spiegel. Ein Naturspektakel und perfekt für Fotografie-Liebhaber.
In der Atacamawüste in Nordchile faszinierten uns die bizarren Felsformationen und das Valle de la Luna mit den Sanddünen, bevor wir zur Küste nach Arica weiterzogen. Ein Abstecher in den Lauca Nationalpark und wir hatten etwas Schnee unter den Füssen, was uns sehr gefreut hat. Ein wenig Winterfeeling im Sommer, bevor es an den Strand ging.

Galapagos: Ein absoluter Höhepunkt war unser Besuch auf den Galapagos-Inseln. Die Begegnungen mit der Tierwelt waren überwältigend. Von neugierigen Seelöwen über Riesenschildkröten bis hin zu Blaufusstölpeln. Beim Schnorcheln mit Riffhaien, Rochen und unzähligen bunten Fischen durften wir eine Welt entdecken, die ihren ganz eigenen Rhythmus hat.

Guatemala: Nach viel Sonne und Salzwasser ging es weiter nach Guatemala. In der kolonialen Stadt Antigua fühlten wir uns sofort wohl. Hier ist auch der Ausgangspunkt für die Besteigung des Vulkans Acatenango. In fast 4’000 m ü. M. hatten wir einen Logenplatz, um die spektakulären Ausbrüche des benachbarten, aktiven Vulkans Fuego zu beobachten. Ein schöner, eindrücklicher und ebenso ehrfurchtgebietender Anblick.
Danach zog es uns an die Karibikküste nach Livingston, wo wir in die afro-karibische Kultur eintauchen durften und weiter zu den beeindruckenden Maya-Stätten von Tikal. Die riesigen Tempelanlagen inmitten des Dschungels vermitteln ein eindrückliches Bild der Maya-Geschichte.

Costa Rica: In Costa Rica stand alles im Zeichen der Natur und Tierwelt. Ein Highlight war der Besuch des Corcovado-Nationalparks, wo wir im Primärwald Tukane, Faultiere, Affen, Tapire und seltene Vögel beobachten und in der Rangerstation mitten im Park übernachten konnten.
Vielseitig waren die Besuche einer spezialisierten Fotografie-Lodge und von Wildtierreservaten. Wir lernten viel über die lokale Vogel- und Reptilienwelt und konnten sogar äusserst seltene weisse Fledermäuse und einen leuzistischen (weissen) Tukan aufspüren. Die Farbenpracht der Natur und die Herzlichkeit der lokalen Guides waren grossartig!

Patagonien (Chile und Argentinien): Mit dem Flug nach Chile begann unser letztes grosses Kapitel. Mit dem Auto erkundeten wir die berühmte Carretera Austral in Nordpatagonien. Die herbstliche Verfärbung der Wälder in Kombination mit den tiefblauen Seen und Marmorhöhlen bot uns Motive, wie man sie sonst nur von Postkarten kennt.

Unsere Route führte uns weiter nach El Chaltén in Argentinien. Trotz viel Regen hatten wir Glück und die Sonne zeigte sich hin und wieder. Nach einer Nacht im Zelt am Fusse des berühmten Fitz Roy gab es einen wunderbaren Sonnenaufgang und die Wanderung zur Laguna de los Tres hat sich gelohnt.

Weiter ging es nach El Calafate, bekannt für den Perito Moreno Gletscher. Hier wurden wir Zeugen gewaltiger Eisabbrüche. Das Donnern und Knarren des Gletschers und dessen Kraft sind eindrücklich.

Im Nationalpark Torres del Paine forderte uns das Wetter heraus. Mit Windgeschwindigkeiten von über 130 km/h und einsetzendem Schneefall erlebten wir die ungemütliche Seite Patagoniens, was uns schliesslich zu einer Planänderung Richtung Süden motivierte. In Punta Arenas warteten dafür grossartige Momente auf uns: Wir besuchten Kolonien von Magellan- und Königspinguinen und beobachteten bei einer Bootsfahrt durch die Fjorde Buckelwale und einen letzten Gletscher.

Die letzten Tage haben wir in Santiago de Chile verbracht, haben die Erlebnisse der vergangenen 22 Wochen bei sommerlichen Temperaturen Revue passieren lassen und die chilenische Kultur und Kulinarik genossen.

Wir blicken mit grosser Dankbarkeit auf diese intensive Zeit zurück. Ohne die Unterstützung von dem ganzen Konnex Team wäre das nicht möglich gewesen – ein grosses Merci an dieser Stelle und schön, darf ich wieder bei euch sein.

 

Ein Bericht von Sandra Rapold (Konnex AG)
Fotos: ©, 2026 Nicola Storz
17.04.26